Gott hat Humor

… Liz hat es mit ihrer Erkältung heftig erwischt. Ich werde an die letzten Tage im vergangenen Jahr erinnert, als mich der Katarrh so richtig umtrieb. Sie will so fleißig sein und kann es doch nicht. Wie redet man einer Frau aus, dass sie etwas tun muss? Und wie bringt man ihr bei, dass man doch einfach auch faul sein darf, sich pflegen darf und nichts zu tun braucht. Da ich des Kochens kundig bin, kann ich doch sogar einiges bieten. Ach ja…

Gesprächstermine heute morgen, manche Probleme mehr unter der Tür angesprochen. Eine Dame sagt ab, weil sie mit dem Auto sich gar nicht bis zum Bahnhof durchschlagen kann. Schnee und Schneeverwehungen. Bei uns im direkten Alpenvorland war es heute bis Mittag noch nicht so wild. Erst gegen 14 Uhr fing es an, heftiger zu werden. Inzwischen schneit es auch bei uns ohne Unterlass. Und es ist stürmisch. Wenn ich die Nachrichten richtig interpretiere, dann ist es bei uns tatsächlich noch kommod im Gegensatz zu anderen Orten. Und die angekündigte Sturmflut?! Hoffentlich wird es nicht zu schlimm.

Lese „Tagebuch der Menschheit“. Wie liest man die Bibel, ohne an Gott zu glauben und worüber spricht dieses Buch in seinen Geschichten eigentlich, wenn man es nur anthropologisch verstehen will? Spannende Lektüre, schnell zu lesen, in der sich manches wiederholt. Manchmal auch ein wenig reißerisch, aber bisher nie oberflächlich, sondern mit viel Respekt vor der Heiligen Schrift. Und da ich davon überzeugt bin, dass Gott Humor hat, wird ihm dieses Buch – mal ganz naiv gesprochen – sicher gefallen.

Und über uns der Himmel…

Lange Tage in Franken sind vorbei, was war es mir wert? Ich konnte der alten Frau ins Gesicht sehen, sie erkannte mich, ihr alles Gute wünschen. Und die Verwandten beobachten, die so ganz verschieden an sie herantraten. Ihr minimalistischer Gesichtsausdruck musste gelesen werden, der Mund, der sich immer wieder spitzte, als wolle sie auch neben allem Lieblichen mit Spott reagieren: Was habt ihr mir getan? So süßlich mancher und doch so abgenutzt manches Handeln, dabei auch viel Ehrlichkeit unter denen, womit keiner rechnete. Und die Unbefangenheit der Kinder, die einfach auf ihre Ur-Oma zugingen: Alt, sehr alt, uralt! Es kostete Kraft.

Heimfahrt mit vielen Gedanken. Zurück überfiel mich Zorn auf mein Leben. Ich wusste nicht ein noch aus. Gut, dass das Wetter noch mitmachte, es war schön warm, Eis essen, bummeln, das nahm die ganze Verwirrung aus mir heraus. Natürlich war einiges aufgestaut. Zuletzt eröffnete Liz im See die Badesaison. Chapeau. Über Nacht jedoch Wettersturz, Dauerregen.

Schlimme Nachrichten. Ein lieber Mensch, der uns sehr nahe steht muss wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus und erfährt noch am gleichen Tag: Pankreaskrebs im fortgeschrittenen Stadium. Das ist für den Tag fast zu viel. Das kann nicht sein. Schmerz und Ratlosigkeit. Und keine Worte für das, was sich auftut. Mir ist auch das eine große Angst. Es gibt Krankheiten, die überfallen einen raubtierhaft. Kann sich je einer wirklich vorbereiten?

Und über uns der Himmel, lässt uns nicht untergehen?! Wer weiß!