Ewigkeitssonntag

Morgen ist Ewigkeitssonntag. Damit endet zumindest das Kirchenjahr, indem man all der Verstorbenen gedenkt, die in diesem Kirchenjahr von uns gegangen sind. Es werden immer mehr, liegt am eigenen Alter. Bei meinem Vater sind es 4 Jahre, bei meiner Mutter schon 8 Jahre, dass sie gegangen sind. – Sonntags drauf ist wieder mal 1. Advent. Wie lange war ein Jahr, als man jünger war. Nun sind und bleiben es immer noch 365 Tage und doch scheint die Zeit schneller geworden zu sein. Viele erleben das so.

Ich hab mal ein Experiment gemacht. Mit meiner damaligen Videocamera 2001 jeden Tag mindestens eine Szene gefilmt. Minimum 7 sec, Maximum 1 min. (Da in dieses Jahr auch der 11. September fiel wurden es hier einmal 2 min). Dieses Jahr ist natürlich unvergesslich geworden und hat sich zeitlich gestreckt. Bin am überlegen, was ich wieder mal tun könnte.

Jeden Tag ein Foto, nur eines… Zeit dehnen… geht das… ?

Vom Charme der Normalität

Zwischen Erdogan und Obama träumen Bundesbürger noch ganz normal und führen auch ein ganz eigenes normales Leben. Ich blicke auf seltsame Träume zurück, heute Nacht, die sich im Aufwachen weitgehend verflüchtigt haben. Irgendwie erledige ich Vater- und Großvatergestalten. Trauere mit alten Herrn, dass sie ihre Frau verloren haben, starte oder lande ein Flugzeug. Finde mich in fremdem Ländern vor. Wohin zieht es mich?

Während Liz einen ausführlichen Spaziergang macht, werde ich kochen und sie verwöhnen. Ich liebe das. Und ich fühle mich frei dabei. Dabei gibt es, ganz fränkisch, einen Braten, Hähnchen mit Knödeln. Etwas einfaches. Und genau das muss an so einem kälter werdenden Wochenende sein.

War gerade in der Stadt, in der es pulsiert. Der Charme des Südens. In meinem Tabakladen Pfeifentabak besorgt. Eine gemütliche Ecke, obwohl ich gar kein so kräftiger Pfeifenraucher bin. Vielleicht kehrt doch wieder Normalität ein, der Arzt muss es am Montag entscheiden. Ich kann schlecht Auskunft geben. Die Menschen, denen ich begegne – und ich begegne ihnen gern – fragen höflich und auch sorgenvoll nach meinem Gesundheitszustand. Nur wie erklärt man Burn-Out?

Spüre meinen Körper wieder, spüre ihn noch. Fange an, Ideen zu entwickeln. An Umsetzungen zu denken. Die Wissenschaft ruft mich und erzeugt in mir am ehesten wieder den Zugang zur Arbeit. Wenn der Kopf rauchen kann, fühle ich mich wohl.