Fön…

… das Wetter schlägt unheimliche Kapriolen. Nun haben wir bei Fön einen wirklich milden Frühlingstag. Bei Liz entstehen allerdings heftige Kopfschmerzen. Während ich dieses Wetter meist genieße, hat Fön bei ihr eine aggressive Bedeutung. War heute gut gelaunt in der Stadt und habe meinen Geschenkbon für de Bücher eingelöst, habe „Anna Karenina“ und „Moby Dick“ – beide in neuer Übersetzung – bestellt. Dazu den von mir sehr geschätzten Thomas Pynchon.

Vielleicht hatte auch Trump in seinem neuen Heim in Washington einen Anflug von Kopfweh oder Fön, wenn ein Telefonat mit dem Australischen Premier so ablief, wie es wohl abgelaufen ist. Nun, wir werden uns auf spannende Zeiten einstellen müssen.

Bin mit „Die Freistatt“ von Faulkner fast durch. Konnte gestern Nacht nicht aufhören, was für eine Sprache, was für Bilder. Man meinte fast das Elend dieser Jahre zu riechen. Und dann die Namen: Horace Benbow, Popeye, Temple Drake… irr…

Manchmal bin ich depressiv. Sehne mich nach Schlägen. Der Masochist in mir braucht wieder einmal seine Züchtigung. Will der Dunkelheit ausweichen und schaffe es nur, wenn ich mitten hindurch gehe…

 

Ich will leben…

… die Hysterie wegen und gegen Donald Trump steigert sich ja ins Grenzenlose. Nun soll – in solchen Fällen zieht man ja Nostradamus aus der Tasche – der Herr aus Amerika sogar der 3. Antichrist (nach Napoleon und Hitler) sein und die Welt in einen finalen, 27jährigen Krieg stürzen. So in einer großen deutschen Zeitung mit sehr eigenem Niveau. Zur Amtseinführung hagele es Absagen. Diese Mischung aus religiösem Unsinn, Abscheu und gewolltem Intellektualismus einiger ist in sich schon wieder gefährlich. Wenn es langsam nicht so traurig wäre, wäre es glatt zum Lachen. Wie wenig aufgeklärt sich die Welt zeigt, hätte ich tatsächlich nicht für möglich gehalten.

… heute Nacht von Salome K. geträumt, die ich sehr schätze. Irgendwie endete der Traum, dass wir lachend nebeneinander auf einer Wiese lagen, die Hände ineinander verschränkt und sehr, sehr glücklich waren. Dazwischen waren wir immer wieder getrennt, ich musste durch einen großen See schwimmen, fuhr mit einem Boot auf die andere Seite, um Salome K. wieder zu sehen. Sie war schließlich von meinem Eifer so beeindruckt, dass sie, was längst entschieden war, mich nahm, wie ich nun einfach war und bin… Happy End…

Die Nachrichten heute: Erschreckend. Die Lawine in Italien, das Erdbebengebiet kommt nicht zur Ruhe. Wahrscheinlich wurde die Lawine durch einen Erdstoß ausgelöst. Viele Tote. So recht gibt es noch keine Nachrichten, die wirklich aufklären oder zumindest informieren können. Einsturz eines Hochhauses. – Da muss man sich mit seiner guten Laune fast entschuldigen in einer zwar kalten, aber behüteten Landschaft unter blauem Himmel zu leben.

Ich will leben. Und das mache ich auch gegen die schlechten Nachrichten dieser Welt.