Wieder einmal draußen sitzen…

…auf dem Balkon, noch einmal dem Sommer trauen, dass er Kraft genug hat, Sommer zu sein. Wer weiß, wie lange uns dieses anheimelnde Gefühl in diesem Jahr noch beschieden ist. Feststellen, dass es doch eigentlich nichts zu beklagen gilt. Inmitten grüner Bäume, wie im Wald dem Vogelgezwitscher lauschen, durch Äste und Zweige hindurch die Gipfel der Berge sehen, der Idylle beitreten: Es ist Friede!

Da bleiben alle Trumps, Putins, Assads draußen, spielen ihre Spiele in der Kälte ihres entsetzlichen Alltags, das Morden, das kein Ende nimmt, das Rasseln der Schwerter um niemand weiter, außer die ganze Erde in Angst und Schrecken zu setzen. Und könnten sie das Universum in Beschlag nehmen, sie täten es. Denn es ist ein Teil unverhohlener Gier, dass man sich an der tausendfachen Angst anderer berauscht, die Angst riecht und trinkt wie ein Vampir. Und zu nachtschlafender Zeit an die Fenster und Türen der Welt klopft und zum Tanz lädt. Sie ziehen Misstrauen und Pest hinter sich her und beugen ihre Knie vor dem Gott des Todes.

Ich aber sitze draußen, manchmal mutlos und doch voller Trotz. In mir will es noch nicht schweigen, ich will noch immer nicht der Furcht einen Platz einräumen. Ich singe mit der Natur mit und ich gebe mich dem Idyll hin, mehr und mehr und immer neu: Es ist Frieden! Heute schon. Heute und jetzt! Und ich will nicht auf morgen schauen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.