Privatier

… tatsächlich gehe ich nun ab 1. 1. 18 in Ruhestand. Das ist ein weites Land, das noch erforscht werden will. Das gibt es also vieles zu entdecken. Bin ich nun Rentner, nein, korrekt wäre ich Pensionär. Aber mir gefällt der Begriff meines neuen Vermieters noch besser: Privatier! Welch nobles Wort.

Ab 1. 1. 18 werde ich also privatisieren. Das gefällt mir. Mit dem nötigen Augenzwinkern wünsche ich allen einen guten und erfolgreichen Tag…

Blondes Haar und viele Zähne…

Heute Nacht wieder diese unschönen Träume und auch etwas sehr Versöhnliches. – Zunächst bin ich in einer Stadt und finde mich nicht mehr zurecht. Auch mein Vater sitzt mit im Auto (er ist seit 4 Jahren tot) und wir beide sind etwas durcheinander, weil wir die Gegend nicht mehr wieder erkennen. Schließlich finde ich doch hin (wir sitzen im Auto, ich am Steuer!). Es geht in die Gartenstadt, einem Stadtteil von B., nur wen wir da besuchen sollen, wissen wir nicht. Wir steigen aus, gehen ein Stück miteinander. Ich streiche ihm über das Haar und denke mir, er hat so viel von einem Jungen an sich…. – In einem anderen Traum sitze ich endlich G., meinem Musikerfreund gegenüber und wir sprechen wieder, wie in alten Zeiten. Ich bin etwas verlegen, weil er auf einmal wieder so offen ist, dann aber scheint auf einmal alles Trennende ausgelöscht. Es ist Frieden.

Seit gestern habe ich den Bescheid. Ich bin ab 1. 1. 18 im Ruhestand. Erwartet und erhofft. Nun also, so denke ich mir, bin ich auf einmal alt. Ich kann noch nicht das Neue sehen, dass sich auftut, nur, dass unser neues Zuhause womöglich unsere letzte Wohnung sein wird. Und auf einmal blickt man, obwohl noch soviel Leben in einem ist, ans Lebensende. Mich graut. Ich werde mich gegen das zu frühe Altsein wehren mit allem, was ich bin und habe. Noch ist zu viel Liebe und zu viel Leidenschaft in mir. Ich habe noch volles blondes Haar, viele  Zähne – jawoll – und gehe auch nicht krumm und bucklig. So!

Ich bin trotzig genug, neinneinnein, ich gebe mein Leben nicht dahin…