Lustig und Lust – und wo bleiben die Spaßvögel?

Sauna in Garmisch. Lustig, wie in der Saline politisiert wird. Zwei alte Damen trauen der Welt nicht mehr. Ein Leben lang CSU gewählt, aber jetzt ist Schluss. Amüsiert, weil es so humorvoll kommt und ich gleich frisch von der Leber weg geduzt werde.

Es geht ein Rumpeln durch die politische Landschaft, aber so recht hat sich wohl noch keiner sortiert. Gehe eine Wette ein, dass die SPD nun doch auf eine GroKo zusteuert. Kann das mit Martin Schulz noch funktionieren? Schon wird deutlich: Martin Schulz ist nicht die SPD.

Da fallen auf einmal Nachrichten aus dem Ausland nicht mehr ins Gewicht. Schon lange nichts mehr vom Spaßmacher Trump gehört.

Kontakte mit zwei Spankern, die es mal wieder brauchen. Müsste also meine aktive Seite hervorkehren. Der eine noch scheu, will es mal ausprobieren oder wieder ausprobieren nach sehr harten Erfahrungen. Der andere ist ein sehr vertrauter Freund. Termine schwirren herum. Mal sehen, ob etwas zusammenkommt.

 

Tja – mai — ka – oder ein politisches Räsonieren… oder warum ich glaube, dass es nichts wird, obwohl es doch eigentlich was werden könnte… oder warum ein wandelnder Kleiderständer viel zu viel Worte macht…

… ich hatte dieser Nacht der politischen Verhandlungen – ich weiß rückblickend lässt sich das immer leicht sagen – eigentlich auch nicht allzu viel zugetraut. Da ich ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Herrn Kubicki (FDP) habe, schätze ich doch seine Äußerung als sehr ehrlich ein, obwohl ich mit seiner Person nicht so viel anfangen kann. Seine Aussagen bewerte ich als sehr hoch. Also: Da scheint’s aber mächtig im Gebälk bei den Verhandelnden zu knirschen.

Natürlich gibt es keine Koalition zu jedem Preis. Aber es hat schon auch mit einer erwachsenen Demokratie zu tun, ob etwas gelingt. Politik ist vom Wort (Polis – die Stadt) her ein Auftrag:

Suchet der Stadt Bestes!

Oder wie es mal ein Politiker genannt hat: Politik ist die Kunst des Möglichen. Sollte es hier am Möglichen scheitern, wäre so mancher von den wichtigen Figuren weg vom Fenster. Leider haben wir aber auch ein paar, die anscheinend alles torpedieren oder es zumindest allen anderen besonders schwer machen. Siehe die Antwort von einem ebenso redlichen Mann, dem Ministerpräsidenten und Grünen Wilfried Kretschmann.

Oder kommen wir auch ohne Regierung zurecht? Ich weiß, eine kindische Aussage, aber sie macht mir trotzdem Spaß…

Ein schönes Wochenende!

Warum denn nicht…

…das Absurde zum System erheben? Auch Wahnsinn hat manchmal Methode. Nein, nicht schon wieder bewerten.

Da hat also Trump seinen FBI-Mann (Comey hieß er, oder?) gefeuert und meinte damit die Welt wieder gerade biegen zu können. Soweit so gut, das ist natürlich kindlich und schlecht vorbereitet. Aber stellt euch doch mal vor, er klopft sich vor hohen russischen Diplomaten dazu lachend auf die Schenkel. Der FBI-Mensch hätte sowieso nur gestört, sei höchst unangenehm gewesen, einbildet – außerdem dürfe er das, andere feuern, er sei doch der Präsident. (Ich hatte nebenbei schon richtig Angst um einen allerhöchsten Vertreter der Türkei, der bei Donald in diesen Tagen vorbeigeschaut hat,  denn wenn so ein Präsident gerade mal am Feuern ist)… Mensch, die Szene hat doch Filmformat und das Zeug zu einem Klassiker. Da müssen doch im Hirn von Herrn Lawrow ganze Truppen an Über-Ich-Gestalten vorbeigezogen sein. Und wie der lachen konnte… Big joke, Mr. President, a good one…

Und der Brexitman aus England. Stöpselt etwas von Whiskey daher und wo der doch billiger sei und den würde er mitbringen – und das alles in Zusammenhang mit dem Buddhismus. Endlich, endlich ist mal nicht mehr alles politisch korrekt. Selten war Politik so unterhaltsam, lachhaft und unvorhergesehen. Tja, wenn man so manchen Opa allein zuhause lässt. Schon Kinder stellen bei Langeweile etwas an. Moderne Pädagogen nennen das ganz positiv spontan-kreativ. Eben.

Ich hänge wenig am Äußeren. Aber es ist schon auffällig, was so Haarfrisuren hergeben. Ob der Herr aus Nordkorea oder der Mann im Weißen Haus oder The Brexitman… aber, was soll man darüber schon viel reden. Wirrnis und Irrnis.

Absurd ist die Welt geworden. Sie entlarvt sich als das, was meine Großtante immer so bezeichnete: „Der Herrgott hat einen großen Tierpark!“ sie meinte es liebevoll und vergebend und auch voller Verständnis. Ach, Tante Gretel, ich trinke auf Dein Wohl, als gläubige Katholikin bist Du bestimmt im Himmel und schmunzelst über die kleinen und größeren Sünden hienieden. Ich denk an Dich! Und vielen Dank auch für das Taschengeld, dass Du mir immer  zugesteckt hast, damit ich als Student in meiner kleinen absurden Welt in Mittelfranken leben konnte.

Vielleicht werde auch ich einmal Regierungschef. Das Alter hätte ich, an der Frisur muss noch gearbeitet werden. Ich habe doch immer schon gerne auf Knöpfe gedrückt und an Schaltern gespielt. Ha, jetzt endlich wär es soweit. Mal schauen, wen ich feuern kann. Und dann muss ich nur einen Russen finden, mit dem ich so richtig ablachen darf. Meine Güte, das Absurde in dieser Welt wird einfach unterschätzt. Nur aus dem Chaos kann Neues erwachsen. Himmel und Erde.

Schönen Tach noch, nich…

Und sind wir nun gerettet…?

Also gut, Macron ist es gestern in Frankreich mehrheitlich gewählt geworden. Gott sei Dank, nachdem Le Pen wie ein Gott sei bei uns in die Hölle verdammt wurde. Ich gebe es ja zu, ich bin natürlich auch erleichtert, dass Europa mal wieder scheinbar in James Bond-Manier gerettet und die Üblen dieser Welt von der Weltherrschaft abgehalten wurden. Nur, wie lange funktionieren noch solche Bilder? Natürlich kann man über KandidatInnen ein Anathema aussprechen und noch scheint das zu verfangen. Aber beim nächsten Mal wird es eben nicht mehr klappen. Macron hat zwar eine Lehrerin als Frau, aber ein gespaltenes Land am Bein. Er wirkt nicht wie einer, der ein Franzose für alle Franzosen werden könnte. Da ist ihm sein Intellektualismus im Weg. Und vielleicht sogar eine noch brillantere Lehrerin. Aber auch hier will ich zugeben, möchte ich mich gerne täuschen. Nur – wir müssen uns mit den Themen und Thesen der Populisten endlich auseinandersetzen und nicht auf irgendwelche Macrons bauen, die es noch einmal schaffen. Es war ja sogar ein Überzeugungssieg und nicht einer, der gaaaanz knapp daher kam. Respekt. Aber irgendwann wird es eben keine Schönlinge  wie Macron mehr geben. Und vielleicht wird ihm seine Parteilosigkeit sogar noch zum Stolpern bringen. Noch ist die Welt eben nicht gerettet, nein, es gab höchsten einen Aufschub.

Und die Wahl in Deutschland? War eigentlich gar nicht so interessant. Wieder ein Schönling, jung und unverbraucht. Schleswig-Holstein ist nicht die Welt. Höchstens ein Hinweis darauf, dass solche scheinbaren Messiasprätendenten wie Martin Schulz schnell verbraucht sind. Der Mann hat keeen Fortune, wie der Alte Fritz sagen würde. Und Albig? Naja, manchmal merkt man zu schnell, wenn in die Trickkiste der Provinzialität gegriffen wird. Dann bleibt nichts anderes, als die Sozen abzustrafen und nach altem Neuland auszuschauen. Kümmerlich zwar, aber immerhin. Das Volk denkt immer noch konservativ. So schaut es für Merkel wieder ganz gut aus. Macron und Merkel – diese Kombination ist denkbar und Daniel Günther als Merkels Abgesandter hat gute Chancen. Trotzdem wage ich eine steile provokante These: Es wird auch langweilig bleiben, wie es bisher schon war.

Meine Güte wäre das mit Le Pen spannend geworden. Und wir wären nicht jeden Abend in den Nachrichtensendungen mit einer Show aus dem White House gefüttert worden. Ich weiß auch: Das ist politisch inkorrekt. Aber in solchen Zeiten mag man auch mal inkorrekt sein.

Ein Gespenst geht um…

… in unseren Landen. Es ist hohläugig, fahl und stumm. Und weil es stumm ist, geben wir ihm viele Namen. Es ist das Gespenst des Populismus, der sich der Angst der Menschen bedient, das Gespenst der Angst an sich und auch das Gespenst der Unaufgeklärtheit und der Dumpfheit. Es ist das Gespenst des moderaten Analphabetismus und der Dummheit. Es ist das Gespenst der Borniertheit und des Hasses. Das Gespenst des Ewig-Gestrigen, kurz: Das Gespenst des kranken Nationalismus.

Wir schieben unsre Verantwortung in trotziger Gebärde den Politikern zu. Sie hätten gestern schon Fehler begangen und täten sie heute wieder. Sie seien nicht lernfähig, übereifrig, zögerlich, abgehoben und blind für die Lebenssituation des einfachen Bürgers. Es werden in krankhaftem Wahn alle Über-Ich-Instanzen abgewatscht – jaja, wer hätte nicht schon mal Probleme mit Vater-und Mutterfiguren gehabt. Austreten aus der Kirche diesem Verein, der sich protestierend gegen einfarbiges Völkchen wendet. Und außerdem seien die etablierten Parteien sowieso abzustrafen. Dabei haben wir doch bis vor 25 Jahren in der DDR erlebt, was eine Ein-Parteien-Landschaft aus dem Leben von Mensch und Land macht. Aber Gespenster sind ja bekanntermaßen die Geister von Verstorbenen. Ihnen zu huldigen scheint den Geisterbeschwörern von heute nicht allzu schwer zu fallen.

Wer nun sagt, dies sei doch allzu weit hergeholt, der schaue nach Frankreich, dem Land der Aufklärung und der Französischen Revolution. Dem Land, dass den Absolutismus in kühnem Umsturz abschaffte, seinen König mitsamt Königin der Guillotine überantwortete und sich fortan um Toleranz bemühte: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Genau dieses Land steht vor einer Stichwahl, in der Marine Le Pen – sie nennen sie eine Rechtsaußen – und ein Parteiloser mit angeheirateter Lehrerein (sie ist 24 Jahre älter als der Kandidat ) – um den Einzug in den Elyssée-Palast kämpfen. Von den einst etablierten Parteien ist nichts mehr zu sehen. – Schon vergessen, dass in England der Brexit sich endgültig auf den Weg gemacht hat. Im Land Shakespeares sollen mehrheitlich Bürgerinnen und Bürger gar nicht so recht gewusst haben, wofür oder wogegen sie eigentlich mehrheitlich stimmten. Demokratie braucht Lust an Information und kann sich auf Dauer Analphabetismus nicht leisten.

Und wenn wir über Europa hinausblicken?! Nichts Neues von Trump! Aber die letzten 100 Tage reichen schon, um sich verwundert die Augen zu reiben und die Hände über den Kopf zusammen zu schlagen. Mit ergebenem Blick zum Himmel: Wer hat denn den gewählt? Und da gäbe es noch… – aber lassen wir das Aufzählen, es sind zu viele!

Und bei uns? Das Gespenst geht um. Immer dreister wird der Spuk. Was noch nach Operette aussieht könnte zur Oper werden. Der fade Gesang zur Marschmusik. Und sollte es Marine Le Pen schaffen (in unseren Zeiten scheint mir alles möglich!), wird Herr Orban in Ungarn vielleicht ungarisch jauchzen und wir alle uns auf den Weg machen in eine neue nationalstaatliche Diskussion. So, als könnten wir es nicht glauben und hätten es gar nicht kommen sehen, ach ja… Zuletzt: Gespenster haben es dann auch leicht, wenn Langeweile ein Volk lähmt und man das Gefühl hat: Bei uns passiert ja nichts. Statt dass man dankbar ist für die Unaufgeregtheit. Gut, Trägheit und Langeweile sind mehr als Unaufgeregt-Sein. Und doch kann aus Langeweile im besten Fall – man denke an die Kindererziehung – Kreativität erwachsen. Da entschuldigt man manchen peinlichen Patzer in der Politik und freut sich, dass sich Herr Schulz von der SPD für die Kirchen einsetzt.

Ein Gespenst geht um, womöglich geistert es schon im eigenen Seelenleben, spukt im eigenen Haus. Lasst es Mitternacht werden und lauert im Dunkel! Dann wird sich zeigen, wer uns beherrscht. Spätestens dann müssen wir wissen, wie ein modernen Exorzismus aussieht. Wachet und betet – und lernt endlich zu lesen… Wir sind im Land von Goethe und Schiller.

Alles Heuchler – oder was?

Jetzt so zu tun, als wäre die AfD vom Himmel gefallen, so ganz ohne Ankündigung, ist heuchlerisch. Und so zu tun, als hätte man es nicht glauben können, was in deren Programm stehen wird – auch. Es gibt eine alte geistliche Regel: Sekten treten dann auf, wenn die Großkirchen versagen oder schwach sind. Das ist in der Parteienlandschaft mit den sog. „Volksparteien“ nicht anders. Die echte Auseinandersetzung mit der AfD fängt m. E. erst dann an, wenn man das eigene Versagen analysiert und damit korrekt umgeht. Das heißt nicht, das Fähnchen nach dem Wind auszurichten. Aber es müssen ja Faktoren vorliegen, die ein aufsteigen dieser Partei erleichtern. Es kann auch nicht angehen, diese Gruppe und die Wählerinnen und Wähler zu dämonisieren. Das ist zutiefst pubertär.

Dazu kommt, dass es ja offensichtlich nicht ein rein deutsches Problem ist. Österreich hat rechts gewählt, Orban in Ungarn steht rechts, Marine LePen hat es uns eigentlich vorgemacht, obwohl man zur Zeit gerade aus Frankreich nichts hört. Ich könnte noch einige Namen aufzählen. Wahrscheinlich würde auch ein Brexit einen Rechtsruck in England bedeuten. Aber hier bewege ich mich im Bereich der Vermutungen. Wenn so viele Kräfte sich bereits für eine politische Seite und damit für eine bestimmte – sagen wir: nationale – Weltanschauung entschieden haben, ist die Dynamik groß genug, weitere Gebiete in Europa zu überziehen. Der Laie in mir, der allenfalls versucht, aufmerksam zu beobachten, fragt nur: War nicht im Zuge einer Europäisierung und einer Internationalisierung dieses Kontinents genau der andere Pendelausschlag phänomenologisch zu erwarten gewesen? Dazu haben wir alle doch viel zu lang im Eigenbewusstsein einer Nation gelebt. Das gibt doch niemand einfach so auf. Und tatsächlich sind Sprache und Geld hauptsächliche Identifikationsmerkmale. Eigentlich wundert mich nichts, wenngleich ich die Entwicklung in Land und Kontinent bestimmt nicht für gutheiße.