Nimm dich selber in den Arm

Extreme Müdigkeit. Liz und ich müssen uns gegenseitig aufrichten, um nicht nach dem Mittagessen umzukippen. Es gab noch einmal Pizza und ein Glas Rotwein. Natürlich kann es der Rotwein gewesen sein, unbestritten. Wieder zuhause vom nötigen Spaziergang, versuchen wir uns bei einem Film zu entspannen. Da ich weiterhin krank geschrieben bin, geht das. Tatsächlich hilft uns der Film, wach zu bleiben. Dazu Kaffee. Ob sich da eine bestimmte Seelenlage oder ein Seelenzustand ausdrückt, kann ich so nicht sagen. Gut möglich. Andererseits wirbeln Schneeflocken durch die Luft und es will über München stürmen. Vielleicht knallt das auch rein. Das Wetter eben. Is ja auch nicht normal.

Freigestellt von Arbeit. Weiterhin wegen des Burn-out. Die gebrochene Seele wieder heilen, das dauert, braucht Zeit und Geduld. Habe einen Brief einer Polynesierin bekommen, die mich gut kennt. Ich hätte so viel gegeben. Und nun sei es eben leer in mir. Sie werde für mich beten. Mich berühren die Gedanken der Menschen. Und meine Psychotherapeutin meint dazu, ich solle gnädiger mit mir selber umgehen. Nicht so unbarmherzig. Mich selber mehr in den Arm nehmen. Wer, wie ich, noch in den 50ern geboren wurde, hat das Leistungsdenken und die Disziplinierung der Nachkriegsjahre im Blut. Und das dockt an. Immer wieder.Immer und immer wieder.