Erin my love

… noch etwas eingekauft, für die Reise alles soweit fertig gemacht und für die Rückkehr einiges gebunkert. Wer weiß, vielleicht möchte jemand mit mir das Glas erheben. Ist ja möglich. Sonst freue ich mich auf die Fahrt nach Irland, um dort ein wenig andere Eindrücke zu sammeln. Gut, dass wir diesmal ein Auto haben, so kann ich unsere Freunde herumfahren, es gibt so wunderschöne Sachen anzuschauen. Habe vor nach Glendalough zu fahren, aber auch nach Powerscourt. Vielleicht sogar nach Clonmacnoise. Liz will den Klippenweg in Howth machen (und ich warte dann auf dem Summit auf die Wanderer). Und endlich einmal sollten wir auch den Weg von Bray nach Greystone finden. Ach, die Zeit wird uns wieder viel zu knapp.

Wie ich dieses Land liebe. Freue mich auch auf E., meine erste große Liebe. Ich bin glücklich, wenn ich irische Musik höre und mit den Menschen ins Gespräch komme. Es sind meist ganz wundervolle Menschen mit einem ganz eigenen Humor. Und: Es soll deutlich wärmer sein, als bei uns. Darüber hinaus bin ich glücklich, mit den Freunden fahren zu können und auf die Freunde zu treffen, die mir im Leben wirklich etwas bedeutet haben und bedeuten…

Wär ja gelacht…

Die Schlieren am Himmel künden  einen Wetterwechsel an, leider. Heute ist es nochmal sonnig, mild, ja warm. Liz ist wandern gegangen. Ich konnte nicht mit, da ich heute wieder mal einen Arzttermin habe. Bin innerlich schon ganz konfus.

Konnte das Wochenende sehr kreativ verbringen und viel wissenschaftlich arbeiten. U. a. die Frage, ob christliche Religion und Humor zusammen gehen. Nach meiner Meinung schon, obwohl im ganzen Neuen Testament kein einziges Mal geschrieben steht, dass Jesus gelacht habe, hat für mich der Heiland der Welt sich manchmal vor lauter Lachen auf die Schenkel geklopft. Was haben die Aufklärung, die Säkularisation mit uns gemacht und warum tun sich die christlichen Kirchen mit Satire und Karikaturen nicht so schwer? (Auch wenn es hier sicher Grenzen gibt, in denen religiöse Empfindungen verletzt werden!). – Das Osterlachen ist übrigens schon eine mittelalterliche Entdeckung. Und wie viel geschieht allein darin, dass Papst Franziskus so viel Fröhlichkeit ausstrahlt?! Ich war mit Liz kurz nach seiner Wahl in Rom und hatte damals das Gefühl, dass die ganze Urbs unter einem sommerlich-blauen Himmel ein Lächeln aufgesetzt hatte.

Auch das 1. Kapitel meiner neuen Erzählung geht voran. Auf dem Balkon sitzend, schrieb es sich leichter, als gedacht. Ich konnte den Verkehrslärm ausblenden. Mal schauen, ob das Strahlen des Wochenendes mich weiter begleitet.

Lachen ist die schönste Art, Zähne zu zeigen

In der 13. Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch heißt ein Satz „Humor“. Das ganze Werk ist nach Texten von Jewgenij Jewtuschenko komponiert. Eine große, beeindruckende Sinfonie. Es lohnt sowohl die Worte des Dichters zu lesen (ein Regimekritiker), als sie dann auch im Zusammenspiel mit der Musik zu hören.

Humor ist ein großer und nicht zu unterschätzender Gegner einer Diktatur. Warum eigentlich? Weil Humor jene Distanz schafft, in die die Kritik hinein passt. Ich meine nicht den Witz (obwohl auch der Witz großen Geist besitzen kann), nein, schon gar nicht, was der Bayer unter Gaudi versteht. Ich meine Humor als Waffe, ein biegsames, funkelndes Florett aus Worten.

Und so muss ich gerade in diesen Tagen in besonderer Weise darüber nachdenken, was uns die Aufklärung mit dem Humor an die Hand gegeben hat: Freiheit!