Zauberhaft

Heute lange Zeit auf dem Balkon und sowohl am Essay wie an der neuen Erzählung gearbeitet. Seit ich das neue SurfaceBook habe, geht das. Liz war heute spazieren, kam aber müde zurück. Die Luft war doch recht dicht und warm. Und nicht zu vergessen. Gestern hatte sie nach zwei Sprüngen vom 5 m – Turm doch eine recht heftig gerötete rechte Seite. Sie muss da sehr ungut aufgekommen sein.

Dafür gelingt das Essen des Tages. Ganz konservativ: Poularde mit grünem Salat (geschmückt mit Nüssen) und dazu die guten fränkischen Klöß‘. Na, wenn das kein Wochenende ist.

Draußen spielt noch immer das Licht, ein zauberhafter Frühlingstag.

Ich will leben!!!

In mir ist eine seltsame Form von Geilheit. Es ist so eine angespannte Lust, eine spannungsreiche sexuelle Empfindung. Ich wünsche mir einen Blowjob und muss darüber schmunzeln. Egal, ob von einem Mann oder von einer Frau. Ob da der Frühling an und in mir kitzelt? Ich bin über diese Empfindung nicht traurig. Sie zeigt mir, dass ich noch lebe.

Heute Fußball im Münchner Stadion, in der Arena. Die wiederum zur Festung wird. Die Welt ist so kurios. Ich will nicht jammern. Aber gerade bei solchen Veranstaltungen schlägt das Herz für die vielen Menschen und hoffentlich…hoffentlich… gibt es nicht wieder irgendeinen Anschlag.

Muss viel über die vergangenen zwei Tage nachdenken. Über den Besuch unseres Freundes gestern und über unsere Freunde, die heute gekommen sind. Wir alle sind im Laufe der Jahrzehnte älter geworden. Und sinnieren so vor uns hin. Merkwürdig, dass gerade die Männer so gar nichts mehr vom Leben erwarten. Zur Kenntnis nehmen, dass eben vieles nachlässt. Und Skifahren keinen Spaß mehr macht. Und die Enkelkinder immer donnerstags kommen. Himmel noch mal, wars das wirklich schon. Ich wehre mich mit Händen und Füßen dagegen. Vielleicht ist das auch der Grund meiner – fast unanständigen – Geilheit.

Ich will leben, immer noch. Noch immer! Und das Leben spüren.