Anam cura

Ein wunderschönes tiefes Gespräch mit einem ganz lieben Menschen, mit E. aus Irland, die mich zu trösten wusste. Bei allem, was wir weggeben sind es doch die Menschen, die bleiben, die Freunde, die Seelenverwandten. Wie gut es tut, einem geliebten Menschen sagen zu dürfen, wir sehr man an ihm hängt und wie sehr man ihn liebt. Und es sind wichtige und gute Worte, die nicht böse aufgenommen werden. Im Gegenteil. Und E. bestätigt, dass ihr Mann keine Sorgen hat mit mir und meine Frau Liz auch sehr an E. hängt und auch keine Probleme mit ihr hat. Es kann Liebe in ihren vielfältigsten Seiten eben auch funktionieren und sich gegenseitig tragen. E. hat versprochen, dass sie uns bestimmt besuchen wird, wohin wir nun ziehen. Es ist doch gar nicht viel weiter. Eine schöne Gegend und direkt auf dem Weg nach München.

Wir sind Freude der Seele – Anam cura…

… kurz vor dem Schlafengehen, nachdem ich noch einiges an meinem neuen Buch geschrieben habe: Bin und bleibe erfüllt von diesem wundervollen Telefongespräch voller Liebe. Es trägt ungemein.

Empfinde seit langer Zeit wieder so etwas wie Glück

Erin my love

… noch etwas eingekauft, für die Reise alles soweit fertig gemacht und für die Rückkehr einiges gebunkert. Wer weiß, vielleicht möchte jemand mit mir das Glas erheben. Ist ja möglich. Sonst freue ich mich auf die Fahrt nach Irland, um dort ein wenig andere Eindrücke zu sammeln. Gut, dass wir diesmal ein Auto haben, so kann ich unsere Freunde herumfahren, es gibt so wunderschöne Sachen anzuschauen. Habe vor nach Glendalough zu fahren, aber auch nach Powerscourt. Vielleicht sogar nach Clonmacnoise. Liz will den Klippenweg in Howth machen (und ich warte dann auf dem Summit auf die Wanderer). Und endlich einmal sollten wir auch den Weg von Bray nach Greystone finden. Ach, die Zeit wird uns wieder viel zu knapp.

Wie ich dieses Land liebe. Freue mich auch auf E., meine erste große Liebe. Ich bin glücklich, wenn ich irische Musik höre und mit den Menschen ins Gespräch komme. Es sind meist ganz wundervolle Menschen mit einem ganz eigenen Humor. Und: Es soll deutlich wärmer sein, als bei uns. Darüber hinaus bin ich glücklich, mit den Freunden fahren zu können und auf die Freunde zu treffen, die mir im Leben wirklich etwas bedeutet haben und bedeuten…

Freunde, die begeistern – eine Ahnung von Pfingsten

Bei guten Freunden so manches abgeladen. Wie gut das tut. Im Erzählen wird klar, woran es krankt, was man ändern sollte, wenn man es noch ändern kann. Interessant, dass der Freund, der sich bestimmt auch auf eine Distanz zu mir berufen kann, ohne angefragt zu sein, über den Kollegen sagt: „Der zieht sein Zeug einfach brutal durch.“ Und so gehen viele gute Gedanken hin und her. Mehr noch aber war mir die Atmosphäre wichtig. Dieses Angenommen-Sein. Auch Liz tat es gut. Ich musste mich nicht verstellen, nicht mächtiger oder stärker tun, als ich eben bin. Große Dankbarkeit für gute und wundervolle Menschen.

Einkaufen – dann innerlich auf Pfingsten vorbereitet. Diesmal nicht nur geistlich, sondern auch geistig. Die ZEIT gekauft, die mit einem Artikel zu Pfingsten aufmacht, wie es sich gehört: „Warum haben wir eigentlich noch zwei Kirchen?“ Bin mal gespannt, was geschrieben wird. Das Fest des Geistes – das Fest für eine begeisterte Welt.

Ich will leben!!!

In mir ist eine seltsame Form von Geilheit. Es ist so eine angespannte Lust, eine spannungsreiche sexuelle Empfindung. Ich wünsche mir einen Blowjob und muss darüber schmunzeln. Egal, ob von einem Mann oder von einer Frau. Ob da der Frühling an und in mir kitzelt? Ich bin über diese Empfindung nicht traurig. Sie zeigt mir, dass ich noch lebe.

Heute Fußball im Münchner Stadion, in der Arena. Die wiederum zur Festung wird. Die Welt ist so kurios. Ich will nicht jammern. Aber gerade bei solchen Veranstaltungen schlägt das Herz für die vielen Menschen und hoffentlich…hoffentlich… gibt es nicht wieder irgendeinen Anschlag.

Muss viel über die vergangenen zwei Tage nachdenken. Über den Besuch unseres Freundes gestern und über unsere Freunde, die heute gekommen sind. Wir alle sind im Laufe der Jahrzehnte älter geworden. Und sinnieren so vor uns hin. Merkwürdig, dass gerade die Männer so gar nichts mehr vom Leben erwarten. Zur Kenntnis nehmen, dass eben vieles nachlässt. Und Skifahren keinen Spaß mehr macht. Und die Enkelkinder immer donnerstags kommen. Himmel noch mal, wars das wirklich schon. Ich wehre mich mit Händen und Füßen dagegen. Vielleicht ist das auch der Grund meiner – fast unanständigen – Geilheit.

Ich will leben, immer noch. Noch immer! Und das Leben spüren.