Vom Himmel und vom Hofbräuhaus

Mit Liz in München. Es tut uns beiden gut, endlich mal wieder gemeinsam rauszukommen. In der Stadt Besuch einer Ausstellung der Künstlerin Helischeba. Sehr starke, eingängige Bilder, voller Metaphorik und doch klar im Ausdruck. Ein eigener Geist, der sich wohl nicht hat verbiegen lassen. Danach Weg in die Innenstadt  Ich muss meine Lieblingspfeife reparieren lassen, besser gesagt das Mundstück. Von dort ins Hofbräuhaus zum Essen.

Dort begegnet einem durchaus Einsamkeit. Einige einsame Herrn sitzen allein an Tischen. Lesen Zeitung, essen allein, lesen weiter ihre Zeitung. Gegenüber eine junge Frau, die mit ihrem Smartphone herumspielt und wohl nicht auf einen Freund oder eine Freundin wartet. So lange wir sitzen und bleiben, sitzen alle anderen auch. Auch eine Form von familiärem Miteinander, dieses Dasitzen und Warten, Warten, Warten…

Es ist mild geworden, tatsächlich gegen 15 Grad. Der Hugendubel am Marienplatz scheint nicht zugänglich, dort wird gebaut. Es ist heute nicht so viel los in der Landeshauptstadt, wir kommen gut vorwärts. Kein Drängen und Schieben. Sehe ein Plakat von den Zeugen Jehovas: Eintritt frei! und darunter: Noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein! Ich muss schmunzeln. Mein Himmel hat freien Eintritt. Schon immer. Die Liebe Christi ist größer als alles menschliche Denken. Und nicht von 144 000 abhängig.

Wie leer es ist auf der Theresienwiese. Unser Parkplatz. Liz fährt zurück. Viele Gedanken. Wohin zieht es mich, zieht es uns? Wir üben uns ein in ein Pensionistenleben. Ich habe Angst vor der Einsamkeit. War es gewohnt, 35 Jahre nur gebraucht zu werden, bis zu Erschöpfung. Werde ich die Leere füllen können, die dann entsteht. Weiß um das Paradoxon. Kann es nicht lösen, jetzt noch nicht. Will nicht so schnell da sitzen, wie die alten Herrn im Hofbräuhaus. Hab keine Bilder in mir, aber es rühren sich unaussprechliche Gefühle.