Vorgestern Nacht… immer noch!

… Ich war wieder einmal in die alte Stadt gekommen, um meiner verstorbenen Eltern zu gedenken. Ich fand sie nicht, nirgends. Aber ich traf in einer großen Kirche meinen atheistischen Cousin. Auch er erinnerte sich an den Tod seines Vaters, meines Onkels. Szenen seines Sterbens treten mir vor Augen. Es war so plötzlich geschehen, aber mein Cousin widerspricht. So plötzlich war das nicht, oft genug sei er in Schweiß gebadet gewesen und hätte sich mit schmerzverzerrten Gesicht an seine Brust gefasst. – Wir gehen hinaus auf den weiten großen Vorplatz. Von dort hat man einen großen Ausblick auf die Stadt. Mir wird bang. Und es ist mir bewusst, dass auch meine Tante nun nicht mehr lebt. Sie war doch, nach dem Tod ihres Mannes und nach dem Tod meiner Eltern übriggeblieben. Keiner mehr da. Ich frage meinen Cousin: Du hast doch auch Erfahrung, hast doch auch schon Deine Eltern verloren. Da ist nun niemand mehr. Auch bei mir, keiner, dem ich erzählen kann. Wo ist denn nun mein zuhause, meine Heimat? Wo finde ich das? – In deinem Leben! antwortet er und geht.

Ich muss immer wieder mit Depressionen kämpfen. Das Leben geht so schnell dahin und ich bin noch gar nicht so recht darin angekommen. Angst vor der Vergänglichkeit. Erfüllungsgehilfe war ich und ich habe funktioniert. Die Lösung scheint so nah und steht mir vor Augen. Und doch bin ich blind und taub dafür. Und die Träume? Noch nehme ich sie nicht ernst genug.

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