Vom Sterben und Leben…

… zwei Träume heute Nacht, die mich begleiten. Zum einen sehe ich meine Eltern in einer kleinen Wohnung, eher noch ein einziges Zimmer mit hellen Möbeln. Alles ist sauber und aufgeräumt. So, wie wir es beide, Liz und ich, nicht erwartet hatten. Mein Vater steht da, ziemlich groß und kräftig, meine Mutter liegt noch immer im Bett, obwohl es auf Mittag zugeht. Unüblich. Sie hat einen Brief von mir bekommen und kann ihn nicht mehr lesen, weil ihr die Worte und Begriffe dazu fehlen. So buchstabiert sie, auf der Seite liegend, die Bettdecke lässig über den Körper geworfen, die Worte voller Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ein Zeichen ihrer Demenz… 

… zum Andern. Ich finde mich in einer unordentlichen Welt vor. Scheine auch irgendwo im Norden zu sein, vielleicht Hamburg. Suche einen Gesprächspartner, mir gefällt wohl ein junger Mann, dem ich mich gerne unterordnen möchte. Doch so recht will es nicht gelingen, weil wir beide bei unseren verkappten SM-Spielen ständig gestört werden. Ich gehe wieder aus dem Haus und sehe einen anderen jungen Mann, etwas ungepflegt, mit schwarzem Haar und schwarzem Bart, eine Baseballkappe auf dem Kopf. Er kommt auf mich zu, während ich auf einer Bank sitze und lacht mich ehrlich und mit voller Breitseite an. Mir wird bewusst: Dann bin ich also jetzt 60. Die Schwelle ist überschritten, es ist alles leichter. Und ich sage zu ihm nichts weiter als: Weißt du was, ich hab dich sehr sehr gern!…

Muss heute früh erst mal auf eine Beerdigung gehen. Gut, ein alter Mensch, 94 Jahre. Und doch liegt eine Schwere in der Luft, wie es nur sein kann, wenn vieles nicht ausgesprochen wurde. Als wir die Aussegnungshalle mit der Urne verlassen, kommt es zu einem heftigen Schneefall. Es ist dazu auch kalt genug. Gut, dass so vieles in der Halle stattgefunden hatte. – Später ein fleischloses Essen, das Liz zubereitet hat und das man wohl am ehesten „Nudelpfanne“ nennen möchte. Sehr gut. Für mich als „Fleischfresser“ sogar ausgesprochen angenehm.

In Bayern ist morgen Feiertag. Man muss etwas planen, die Läden haben zu. Kurze Bestandsaufnahme, was da ist. Schließlich aber wird der Samstag wieder Möglichkeiten zum Einkauf bieten.

Gestern noch die beiden 2-Teiler zu Ende gesehen. „Spuren der Rache“ mit Heiner Lauterbach bleibt irgendwie hohl, ich verliere wieder bald das Interesse. Die Nele Neuhaus-Verfilmung dagegen bleibt auch im 2. Teil aufregend, gut gespielt und hochaktuell. Dem wiederum kann ich bis zum bitteren Ende viel abgewinnen. – Hatte gestern noch viel im „Tagebuch der Menschheit“ gelesen. Angenehme Literatur.

 

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