Und über uns der Himmel…

Lange Tage in Franken sind vorbei, was war es mir wert? Ich konnte der alten Frau ins Gesicht sehen, sie erkannte mich, ihr alles Gute wünschen. Und die Verwandten beobachten, die so ganz verschieden an sie herantraten. Ihr minimalistischer Gesichtsausdruck musste gelesen werden, der Mund, der sich immer wieder spitzte, als wolle sie auch neben allem Lieblichen mit Spott reagieren: Was habt ihr mir getan? So süßlich mancher und doch so abgenutzt manches Handeln, dabei auch viel Ehrlichkeit unter denen, womit keiner rechnete. Und die Unbefangenheit der Kinder, die einfach auf ihre Ur-Oma zugingen: Alt, sehr alt, uralt! Es kostete Kraft.

Heimfahrt mit vielen Gedanken. Zurück überfiel mich Zorn auf mein Leben. Ich wusste nicht ein noch aus. Gut, dass das Wetter noch mitmachte, es war schön warm, Eis essen, bummeln, das nahm die ganze Verwirrung aus mir heraus. Natürlich war einiges aufgestaut. Zuletzt eröffnete Liz im See die Badesaison. Chapeau. Über Nacht jedoch Wettersturz, Dauerregen.

Schlimme Nachrichten. Ein lieber Mensch, der uns sehr nahe steht muss wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus und erfährt noch am gleichen Tag: Pankreaskrebs im fortgeschrittenen Stadium. Das ist für den Tag fast zu viel. Das kann nicht sein. Schmerz und Ratlosigkeit. Und keine Worte für das, was sich auftut. Mir ist auch das eine große Angst. Es gibt Krankheiten, die überfallen einen raubtierhaft. Kann sich je einer wirklich vorbereiten?

Und über uns der Himmel, lässt uns nicht untergehen?! Wer weiß!

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