Gereiztheit

Das intensive Wochenende hat Liz und mich in Gereiztheit zurück gelassen. Es waren auch viele, viele Eindrücke. Die alte Frau im Heim, mitten in ihrer Demenz und die vielen anderen um einen herum, die so gar nichts mehr von sich wissen. Schließlich wird gesungen und aus ganz tiefen Schichten wird noch einmal Bekanntes hervorgeholt. Der Seelengrund öffnet sich. Es sind doch Menschen, die vor einem sitzen. Mit einem gelebten Leben. Und vielleicht ist es nur ein vorausschauendes Bild für das Eigene, wer weiß, wie wir eines Tages gehen müssen oder gehen dürfen.

Die Verwandten mit ihrer eigenen Verspannung, beide Rentner jetzt, die einiges schon mit ihrem Rentnerdasein anfangen können und doch noch nicht so recht wissen, was da begonnen hat. Und dass der dritte Lebensabschnitt wohl auch der letzte Lebensabschnitt sein wird. Jetzt hier anfangen heißt auch das Ende antizipieren. So weiß ich auch nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Ausgebrannt und müde geworden – zum einen – und doch, will ich schon beginnen, ans Ende zu denken? Sollte ich also noch weiter arbeiten? Diese Ambivalenz ist kaum lösbar und doch muss ich sie lösen, wer sollte es sonst tun.

Am Sonntag Klassentreffen. Wir alle sind also in genau dieser Lebensphase. Einige werden bald – vorgezogen – in Ruhestand gehen. Ein Kollege wurde Lehrer am Gymnasium und kann einfach nicht mehr. Sagt, dass fast alle, die aus dieser Generation stammen, vorzeitig in Ruhestand gehen. Fast alle haben einen Verlust zu beklagen. Die Eltern, vielfach schon, gestorben. Eine Mitschülerin kann nicht mehr dabei sein: Krebs. Einer unter uns ist Witwer! Die Lebensmelodien werden ruhiger und friedvoller, aber auch melancholischer. Einige sind nur beim Gottesdienst anwesend, dann müssen sie nachhause. Der Ehepartner ist krank.

Heimfahrt bei Dauerregen. Schwierig. Vor München wird es heftig. Ich bleibe mit meinem Spankingpartner in Kontakt. Wir wollen uns am Mittwoch treffen. Mein letzter Partner hat alles an mir ausprobiert, außer den Rohrstock. Ich bin wieder für vieles bereit, natürlich nur zur Entspannung. Da werde ich wieder mir und meiner eigenen Tapferkeit ausgeliefert sein. Ich hoffe dabei meine Gereiztheit zu verlieren.

 

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