Der Schlüssel zum eigenen Leben

Grüblerisch in der Nacht. Der Schlüssel zum eigenen Leben liegt tief verborgen. Wohl wissend, dass da was ist, kann ich doch nicht aufsperren und nachsehen und den Dämon, so es ihn gibt, frei lassen. So randaliert das Unbekannte in meiner Seele und in meinem Seelenleben und verschafft mir manchmal ganz schöne Qualen. Gut, dass heute Ausschlafen angesagt war, so mussten mich die Stunden an Schlaflosigkeit nicht sonderlich berühren.

Gestern noch den „Überläufer“ von Siegfried Lenz zu Ende gelesen, jenen Roman, den man in seinem Nachlass gefunden hatte und der in der frühen Adenauerzeit nicht veröffentlicht werden durfte.Ein packendes Buch, nicht unbedingt voller Meisterschaft, interessant, dass diese zweite Fassung mit dem erweiterten Schluss auch noch eine schriftstellerische Entwicklung im zweiten Teil aufzeigt. Aus der schmissigen Sprache des Schriftstellers wird schließlich das Brockige, das mir Lenz auch später so sympathisch gemacht hat. Leider hat gerade auch der Schluss in der SBZ – später DDR – seine Schwächen. Manchen Schriftstellerkniff hat er auch zur Hand. Zeitgeschichtlich ist das Buch aber unbedingt wichtig und sollte gelesen werden. Angeblich wäre Anfang der 50er ein Held, der zum Ende des Krieges bei den Partisanen blieb und in den Osten überlief, um gegen seine früheren Kameraden zu kämpfen nicht mehr gewünscht gewesen. Das muss einen schön nachdenklich stimmen.

Manchmal schließt Literatur etwas in mir auf. Mal abwarten.

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